Im Jahre 1874 komponierte Modest Mussorgski seinen Klavierzyklus “Bilder einer Ausstellung” - binnen 3 Wochen. Das Werk ist seinem im selben Jahr verstorbenen Freund Victor Hartmann, einem Maler, gewidmet und verbindet die vertonten Bilder und Aquarelle des Künstlers mit einem imaginären “Rundgang” durch eine Gemäldeausstellung, in der eben diese Werke zu hängen scheinen. Nur wenige der Bilder sind erhalten, einige entstanden real überhaupt nicht, sie sind nur in der Vorstellung vorhanden.
Als er im Jahre1881 starb, ahnte Mussorgski wohl weder etwas vom Weltruhm, den seine Musik erlangen sollte, noch etwas davon, wie viele und teils berühmte Kollegen seine Komposition für ihr jeweiliges Instrumentarium bearbeiten würden. Einige dieser Bearbeitungen sind sogar populärer als das Original geworden, man denke nur an Ravels Orchesterfassung aus dem Jahr 1922.
In dieser Tradition hat das German Marimba Duo das Werk für zwei Marimbas gesetzt und so allen 16 Sätzen auf ganz neue Weise eigene Akzente verliehen. Nicht nur im “Alten Schloss”, wo das Marimba-Tremolo dem Lied des armen Troubadours herrlich zur Geltung verhilft oder im “Marktplatz”, wo dem Zuhörer die Schlägel nur so um die Ohren zu fliegen scheinen, auch in den verbindenden Stü- cken, den “Promenaden” oder im Bild des riesigen Ochsenkarrens “Bydlo” beweisen die beiden Musiker, dass die Marimba auf wunderbare Weise geeignet ist, Gefühlen, Stimmungen und eben auch dem unaus-sprechlichen Inhalt von Gemälden Ausdruck zu verleihen.
Dass der Rundgang durch die Ausstellung auch eine faszinierende Entdeckungstour in eine Welt sein kann, die Kindern heute leider nur noch selten breit zugänglich ist - in die Welt der Kunst und Musik - ist den Musikern dabei nicht zuletzt anhand der vielen Kinder aufgefallen, die ihre Konzerte besucht haben. In einigen Aufführungen hat das German Marimba Duo zudem bereits die Musik mit gesprochenem Text zu einer Geschichte verbunden, die den Zyklus zu etwas Erlebbarem ganz besonderer Art machte.
Jetzt hat sich Andreas Schwarz daran gesetzt, eine solche Geschichte neu zu schreiben, Ansatzpunkte aufgreifend, die die heutige (Erfahrungs-) Welt von 6-12-jährigen bietet. In einem imaginären Schulausflug begeht eine 4. Klasse mit ihrer Lehrerin das Museum, und einem Schüler kommen dabei allerlei Gedanken und Erkenntnisse. Seltsame Namen von Mitschülerinnen werden plötzlich unter einem ganz anderen Licht gesehen, russische Städte können durchaus deutsche Namen haben und Museumswärter können kluge Leute sein...
In einem hintergründigen, aktuellen Text verbindet Schwarz die Sätze der Komposition Mussorgkis auf lustige, kurzweilige und informative Art, die das klassische Werk auch für Familien mit jüngeren Kindern zu einem gern erlebten Ereignis machen.
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